Orangen-Sirup selber machen: Rezept für Wintergold (DIY-Geschenk aus der Küche)

Es gibt Gerüche, die versetzen einen sofort in eine andere Welt. Als meine Kiste mit Orangen ankam, roch der ganze Keller plötzlich wie ein Orangenhain im Süden. Ich hatte die Kiste dort über Nacht geparkt, weil es schön kühl ist.

Meine "eigenen" Bäume

Ich habe die Orangen übrigens über Crowd Farming bestellt. Auf diese tolle Idee bin ich durch Gesa vom YouTube-Kanal “Natürlich Selbstgemacht” gestoßen (große Empfehlung an dieser Stelle, ich liebe ihre Rezepte. Dieses hier ist auch von ihr, von mir nur für mich angepasst). Das Prinzip ist genial: Man “adoptiert” einen Baum und bekommt dann die Ernte zugeschickt. Mittlerweile bin ich stolze Adoptiv-Mama von einem Zitronen-, Orangen-, Mango- und sogar einem Olivenbaum. Das Schöne an diesen Bio-Früchten: Sie sehen echt aus. Sie glänzen nicht unnatürlich wie die aus dem Supermarkt, sie sind unterschiedlich groß und manche haben sogar grüne Stellen. Das heißt nicht, dass sie unreif sind, sondern nur, dass sie weniger direkte Sonne abbekommen haben. Natur pur eben.

Vorbereitung mit Musik und Gemütlichkeit

Da ich die Schale für den Sirup brauche, habe ich sie erst einmal gründlich gewaschen und abgetrocknet. Auch wenn sie Bio sind: Der Transportstaub muss runter. Dann habe ich es mir im Esszimmer mit Musik gemütlich gemacht und geschält. Ich muss gestehen: Beim Schälen bin ich nicht zimperlich (“Ich scheiß mir da nix”, wie man so schön sagt). Dass da noch Weißes an der Schale dran ist, stört mich überhaupt nicht. Ich mag diese leichte Bitternote sogar sehr gerne und finde, es gehört zum Orangen-Geschmack dazu. Fünf Orangen habe ich übrigens in Scheiben geschnitten und gedörrt – perfekt als Deko oder für den Tee!

Mein Tipp für schmerzfreie Hände: Die Presse

Das Auspressen ist oft Schwerstarbeit. Da ich Probleme mit den Händen habe und beim Halten und Drehen auf elektrischen Pressen schnell Schmerzen bekomme, schwöre ich auf meine mechanische Presse. Sie ist aus Gusseisen und Edelstahl, extrem robust und hat einen langen Hebel. Durch die Hebelwirkung brauche ich kaum Kraft. Das schont die Gelenke und geht ruck-zuck.

Das Rezept: Geduld zahlt sich aus

Den Saft habe ich abgemessen und darauf basierend (mein KI-Helferlein Gemini hat kurz für mich gerechnet 😉) die Menge an Zucker und Wasser bestimmt. Das Rezept orientiert sich an Gesas Methode, ich habe es nur leicht angepasst.

  • Tag 1: Saft, Wasser, Zucker und die Schalen kamen in zwei große Töpfe. Ich habe alles aufgekocht, bis der Zucker gelöst war, und es dann abgedeckt über Nacht ziehen lassen. So holen wir das Maximum an Aroma aus den Schalen.

Tag 2: Am nächsten Tag ging es ans Abfüllen. Wichtig: Die Ascorbinsäure (Vitamin C) habe ich erst ganz zum Schluss dazugegeben, damit sie nicht verkocht.

Die Sache mit dem "Hoppala" (oder: Warum der Boden jetzt klebt)

Ich wollte den Sirup unbedingt in meine schönen Weck-Gläser füllen – die sehen einfach am wertigsten aus, besonders wenn man sie verschenken möchte. Während die Gläser im Ofen sterilisiert wurden und die Gummis im Essigwasser kochten, habe ich den Sirup noch einmal erhitzt. Und dann passierte es: Ich fülle den kochend heißen Sirup in ein Glas, verschließe es und denke mir: “Huch, warum läuft denn da was daneben?” Es war gar nicht daneben geschüttet. Das Glas hatte unten am Boden einen winzigen Sprung (wahrscheinlich noch vom Umzug), und durch die Hitze ist der Boden quasi undicht geworden. Der ganze klebrige Sirup hat sich schön auf der Arbeitsplatte verteilt. 🙈 Ich war kurzzeitig echt “angefressen”, aber was will man machen? Putzen, Glas entsorgen, weitermachen.

Das Ergebnis

Trotz der kleinen Sauerei bin ich überglücklich: Ich habe stolze 6,5 Liter feinsten Orangen-Sirup abgefüllt! Der schmeckt herrlich im Tee, mit Mineralwasser als Limonade oder – mein Favorit – heiß aufgegossen. Ein perfektes Vitamin-C-Geschenk aus der Küche für die kalten Tage. Viel Spaß beim Nachmachen (und kontrolliert eure Gläser vorher auf Risse)! 😉

Fruchtiger Orangen-Sirup (mit Vitamin-C-Kick)

Das Rezept unten ist für eine normale Menge berechnet. Da ich meine 11-Kilo-Kiste von Crowd Farming verarbeitet habe, habe ich das Rezept für mich einfach verdreifacht und in zwei großen Töpfen gekocht. Ihr könnt die Mengen also beliebig hochrechnen!
Vorbereitungszeit 40 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Ziehzeit 1 day
Gesamtzeit 1 day 1 Stunde 10 Minuten
Portionen: 2 Liter
Gericht: Getränke

Zutaten

  

  • 3-3,5 kg Bio-Orangen du brauchst genau 1 Liter Saft
  • 500 ml Wasser
  • 1 kg Zucker Wir nutzen das Verhältnis 1:1 für die Haltbarkeit
  • Schalen der Orangen gewaschen und geschält
  • 75 g Ascorbinsäure Vitamin-C-Pulver, das sorgt für die Säure und Haltbarkeit, wenn du es weniger sauer magst taste dich langsam ran.

Zubereitung

 

  1. Vorbereiten: Die Orangen heiß waschen und abtrocknen. Mit einem Sparschäler die Schale dünn abschälen (etwas Weißes darf dranbleiben, das gibt eine feine herbe Note). Tipp: Wer mag, kann einige Orangenscheiben zum Dörren beiseitelegen.
  2. Pressen & Mischen: Die Orangen auspressen. Den Saft abmessen. Den Saft zusammen mit dem Wasser, dem Zucker und den Orangenschalen in einen Topf geben.
  3. Aufkochen: Alles langsam unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat und die Flüssigkeit einmal kurz aufwallt. Den Herd ausschalten.
  4. Ziehen lassen: Den Topf abdecken und den Sirup-Sud über Nacht (oder mind. 12 Stunden) bei Zimmertemperatur stehen lassen. So zieht der Zucker das ätherische Öl aus den Schalen.
  5. Abfüllen (Tag 2): Die Schalen mit einem Sieb entfernen (und den Sud evtl. noch durch ein feines Haarsieb gießen, wenn man keine Fruchtfleisch-Reste mag). Den Sirup erneut aufkochen. Wichtig: Den Topf vom Herd nehmen und erst jetzt die Ascorbinsäure mit einem Schneebesen einrühren. Nicht mehr sprudelnd kochen, um das Vitamin C zu schonen!
  6. Verschließen: Den kochend heißen Sirup sofort mithilfe eines Trichters in sterilisierte Flaschen (z.B. Weck-Flaschen oder Schraubflaschen) füllen und luftdicht verschließen

Notizen

  • Haltbarkeit: Durch das heiße Abfüllen (“Hot Fill”) und den Zuckergehalt hält sich der Sirup dunkel gelagert monatelang. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Flaschen zusätzlich bei 90°C für 30 Min. einkochen.
  • Resteverwertung: Die süßen, weichen Orangenschalen aus dem Sieb nicht wegwerfen! Püriert ergeben sie ein herrliches Orangen-Mus für Tee, Joghurt oder Kuchen.

Verwendung: Schmeckt heiß aufgegossen wie ein alkoholfreier Punsch oder kalt mit Mineralwasser gespritzt.

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