FOMO besiegen: Mein Weg zurück ins analoge Leben (Ohne Angst etwas zu verpassen)
Kennst du das Gefühl, wenn man Dinge nur “schnell erledigen” will, um wieder… ja, wohin eigentlich zurückzukehren?
Letztes Wochenende saß ich in meinem (noch nicht ganz fertigen, aber gemütlichen) Esszimmer. Draußen war es grau, drinnen lief leise weihnachtliche Jazzmusik und ich hatte meine Häkelnadel in der Hand. Und plötzlich war da dieser Moment der absoluten Ruhe. Es hat mich so unendlich befriedigt und glücklich gemacht, wie es kein Level in einem Computerspiel je könnte.

Die Erkenntnis: Der unsichtbare Zwang
In diesem Moment der Stille wurde mir etwas bewusst, das mich wohl schon länger stresst, ohne dass ich es gemerkt habe: Ich hatte oft einen inneren Zwang. Früher war ich am Wochenende oft innerlich “angefressen” oder hektisch, wenn ich mit dem Kochen, Backen oder Handarbeiten nicht schnell genug fertig wurde. Warum? Weil ich so schnell wie möglich zurück zum PC wollte. Zurück in die digitale Welt.
Ich hatte diese ständige FOMO (Fear of Missing Out – die Angst, etwas zu verpassen). Ich dachte, ich muss alles gleichzeitig sein: Die Gamerin, die Handarbeits-Künstlerin, die Hausfrau, die Köchin. Und am Ende war ich nur eins: gestresst.
Mein neuer Vorsatz: Meine Zeit gehört mir
Ich habe für mich beschlossen: Ich will das nicht mehr. Ich will nicht mehr meine kostbare Lebenszeit damit verschwenden, in kurzen Pausen sinnlose Reels oder Shorts zu scrollen, nur um “beschäftigt” zu sein. Ich will wieder lernen, einfach nur da zu sitzen. Mit einer Tasse Kaffee aus dem Fenster zu schauen und die Gedanken schweifen zu lassen. Ich will wieder echte Zeitschriften durchblättern (das Rascheln von Papier ist so viel schöner als das Wischen auf Glas!). Ich will Puzzlen oder endlich wieder mehr Bücher lesen.
Heißt das: Nie wieder zocken?
Nein, keine Sorge. Ich spiele gerne und das soll auch so bleiben. Aber es bekommt jetzt seinen festen Platz, statt mein Leben zu dominieren. Mein neuer Plan: Samstagabend ist meine Gaming-Zeit. Da darf gespielt werden, mit Genuss und ohne schlechtes Gewissen. Aber der Rest des Wochenendes gehört der analogen Welt. Das Handy wird nur noch für Fotos genutzt (oder um mal ein YouTube-Video beim Häkeln zu schauen oder hören – das ist okay!).
Moment mal, und das schreibst du in einem Blog?
Vielleicht denkt du dir jetzt: “Ist das nicht ein Widerspruch? Sie schreibt über weniger Bildschirmzeit und betreibt einen Blog und Instagram?” Für mich ist das der entscheidende Unterschied zwischen Konsumieren und Erschaffen. Ich liebe es, meine Projekte zu teilen, zu fotografieren und zu schreiben. Das ist mein kreatives Hobby. Aber ich möchte das Internet wieder als Werkzeug nutzen, das ich bewusst in die Hand nehme – und nicht als Dauerschleife, die mich verschluckt, wenn ich eigentlich nur 5 Minuten Pause machen wollte. Es geht nicht um kompletten Verzicht, sondern darum, wer die Kontrolle hat: Der Bildschirm oder ich.
Jeder muss seinen Weg finden
Das ist meine ganz persönliche Erkenntnis für das neue Jahr. Ich kann da nur von mir sprechen. Mein Mann handhabt das anders, und das ist auch okay so. Er muss da – genau wie ich – von selbst draufkommen, ob ihm das gut tut oder nicht. Zwingen bringt da gar nichts.
Aber ich für mich freue mich auf ein neues Jahr mit weniger “Pixeln” und dafür mehr echter Wolle, Papierseiten und Jazzmusik. Einfach bewusster leben. Keine Angst mehr haben, etwas im Internet zu verpassen – und dafür das echte Leben im Hier und Jetzt wieder voll mitzubekommen.
Wie geht es dir damit? Hast du dir für das neue Jahr auch vorgenommen, das Handy öfter mal wegzulegen?